Alttarife in der PKV – warum geschlossene Tarife oft unnötig teuer werden
Was sind sogenannte Alttarife oder geschlossene Tarife?
In der privaten Krankenversicherung gibt es neben aktuellen Tarifen auch sogenannte Alttarife oder geschlossene Tarifgenerationen.
- Das bedeutet, dass diese Tarife heute nicht mehr aktiv verkauft werden
- Es kommen keine neuen, jungen Versicherten mehr hinzu
Viele Versicherte befinden sich noch in solchen alten Tarifstrukturen und oft ohne es zu wissen.
Das Problem: Die Versichertengemeinschaft altert
Ein entscheidender Punkt wird häufig übersehen:
In geschlossenen Tarifen verändert sich die Versichertenstruktur mit der Zeit erheblich.
- Die Mitglieder werden älter
- Es kommen keine jungen, gesunden Versicherten nach
- Die Anzahl der Versicherten nimmt langfristig ab
Das führt dazu, dass sich die gesamte Tarifgruppe immer weiter verändert.
Warum die Beiträge in Alttarifen steigen
Durch diese Entwicklung entstehen mehrere Effekte gleichzeitig:
- Höhere durchschnittliche Krankheitskosten
- Steigendes Durchschnittsalter innerhalb des Tarifs
- Weniger Beitragszahler bei gleichzeitig höheren Ausgaben
Zusätzlich kommt ein natürlicher Effekt hinzu:
Mit zunehmendem Alter steigen die Gesundheitskosten generell an.
- Die Folge ist, dass die Beiträge in solchen Tarifen oft deutlich höher steigen als in neueren Tarifgenerationen.
Ein unterschätztes Risiko für Versicherte
Viele Versicherte bleiben über Jahre oder sogar Jahrzehnte in ihrem ursprünglichen Tarif.
Das Problem ist, diese Tarife entwickeln sich oft ungünstig weiter.
Nicht selten sehen wir in der Praxis:
- Beiträge von 800 €
- 900 €
- 1.000 € oder mehr pro Monat
Obwohl gleichwertige oder bessere Tarife existieren
Der große Vorteil: Interner Tarifwechsel
Was viele nicht wissen:
Innerhalb der eigenen Versicherung ist ein Tarifwechsel möglich
Das bedeutet:
- Wechsel in eine jüngere Tarifgeneration
- Erhalt der Altersrückstellungen
- häufig keine neue Gesundheitsprüfung (je nach Leistungsumfang)
Dieser interne Wechsel ist gesetzlich geregelt und bietet enorme Vorteile.
Warum neue Tarifgenerationen oft stabiler sind
Neue Tarife haben einen entscheidenden Vorteil:
Sie enthalten eine breitere und jüngere Versichertengemeinschaft
Das sorgt für:
- stabilere Beitragsentwicklung
- bessere Kalkulation
- langfristig ausgewogenere Kostenstruktur
Einsparpotenziale von mehreren hundert Euro
In der Praxis zeigt sich immer wieder:
Durch einen Tarifwechsel lassen sich oft
300 €, 500 € oder sogar mehr pro Monat einsparen
Und das Entscheidende:
Häufig bei gleichbleibender oder sogar besserer Leistung
Warum viele Versicherte trotzdem nicht wechseln
Trotz dieser Möglichkeiten bleiben viele im alten Tarif.
Gründe dafür sind:
- fehlendes Wissen über Wechselmöglichkeiten
- Unsicherheit bei der Umsetzung
- Angst vor Leistungsverlust
- keine aktive Betreuung durch den Versicherer
Warum eine professionelle Prüfung entscheidend ist
Ein Tarifwechsel sollte nicht blind erfolgen.
Wichtig ist:
- Analyse der bestehenden Leistungen
- Vergleich innerhalb der Gesellschaft
- langfristige Betrachtung der Entwicklung
Nur so lässt sich sicherstellen, dass der neue Tarif wirklich sinnvoll ist.
Fazit: Alttarife sind oft teuer – aber nicht alternativlos
Geschlossene Tarife führen langfristig häufig zu steigenden Beiträgen und ungünstigen Entwicklungen.
Die gute Nachricht:
Es gibt Lösungen innerhalb der eigenen Versicherung
Ein interner Tarifwechsel kann helfen, Beiträge deutlich zu senken und gleichzeitig die Leistungen zu optimieren.